Johannes Leuth - Profile

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Ich bin für ein BGE, weil ich finde, jeder Mensch sollte nach §1GG würdig leben können, unabhängig davon, ob er dafür etwas leistet.

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Johannes Leuth posted:

Ich habe mir schon viele Gedanken über das Thema gemacht, seit ich bei der Wissensmanufaktur den Plan B kennengelernt habe. Ich habe dazu im Dezember folgenden Text niedergeschrieben, der auch schon auf Facebook erschienen ist.

Über das bedingungslose Grundeinkommen

Ich bin ein Befürworter dieses BGE.

Und das schon ziemlich lange. Schon seid ich die Wissensmanufaktur kenne, kenne ich auch die Idee eines Grundeinkommens.
Bei der Wissensmanufaktur ist das BGE eine Komponente eines Plan B, der eine grundlegende Neuordnung unseres Wirtschaftssystems bedeuten würde. Eine Studie dieses Plan B kann ich nur empfehlen.

Unsere politisch Verantwortlichen sind ja bekanntlich nicht so euphorisch, wenn es um ein BGE geht. Es sei unsolidarisch und vor Allem nicht zu finanzieren.

Hier mal einige Argumente für ein BGE:

1. Automatisierung, Digitalisierung, KI

Schon seit einigen Jahren wird geforscht und getestet, wie man gewisse Arbeiten auch autonom von Maschinen, Robotern oder Computern erledigt lassen kann. Und wie bei jeder Idee und Forschung geht es am Anfang nicht ohne Rückschläge ab. Aber diese Rückschläge werden nichts daran ändern, dass in absehbarer Zukunft viele Arbeitsfelder ersatzlos wegfallen werden. Dazu gibt es bereits zahlreiche Berichte. Es gibt Berichte, die besagen, dass es bereits heute weltweit nicht genug Arbeit für alle Menschen gibt. Aber bislang heißt das für diejenigen, die keine Arbeit haben, entweder kein Geld oder eine kleine soziale Unterstützung, die kaum ein lebenswertes Leben möglich macht. Hier kann ein BGE helfen. Und eine Maschine macht viele Jobs einfach besser, schneller und fehlerfrei im Vergleich zum Menschen. Dazu braucht eine Maschine keinen Urlaub, wird niemals streiken, und unkalkulierbare Krankheitstage sind wohl auch nicht zu erwarten.

2. sinnlose Jobs

Es gibt heute schon sehr viele Jobs, die nur entstanden sind, um Menschen in Arbeit zu bringen, meist zu sehr geringen Löhnen. Und in den letzten Jahren auch verstärkt über das Element Zeitarbeit. Viele dieser Jobs könnten schon heute von Maschinen gemacht werden. z. B. in der Lagerhaltung, während in einigen Lägern heute noch fast ausschließlich Menschen die Jobs machen, gibt es doch immer mehr halbautomatische bzw. vollautomatische Läger. Da wird der Mensch mehr und mehr überflüssig. Ich habe zudem von sog. Bullshit-Jobs gelesen, die zumeist Bürotätigkeiten sind, ohne einen wirtschaftlichen Nutzen. Da ist viel Potential, welches in sinnlosen Jobs vergeudet wird.

3. Lebensqualität

Gerade in den von mir oben angeführten sinnlosen Jobs kann man bei den meisten Menschen beobachten, dass sie diese Jobs nur machen, weil sie irgendwie ihr Leben finanzieren müssen. Allein, wenn jemand die Stunden bis zum Feierabend oder die Tage bis zum Wochenende zählt, zeigt das doch, dass da nicht unbedingt Freude oder gar Enthusiasmus vorhanden sein kann. Durch ein BGE könnte jeder das machen, was ihm gefällt. Und zumindest die sinnlosen Jobs würden innerhalb weniger Jahre verschwinden oder zu 100 % von Maschinen gemacht. Denn beispielsweise Kartons stapeln ist jetzt nicht gerade eine erfüllende Tätigkeit.

4. Finanzierung

Das ist wohl das Todschlagargument überhaupt gegen ein BGE. Es sei schlichtweg nicht zu finanzieren.

Also wenn Banken gerettet werden müssen, wenn Kriegsgerät finanziert werden muss oder wenn es um Diätenerhöhung geht, dann ist immer Geld da. Aber wenn es um die Lebensqualität der Menschen geht, ist das Gejammer unser Volksvertreter plötzlich ganz groß.
Ich habe mir schon vor Jahren die Mühe gemacht, mal auszurechnen, wie hoch die Pro Kopf Sozialausgaben sind.

Hier ist der Betrag pro Kopf von 2014 (871,51€/Monat) bis 2017 (971,84/Monat) stetig gestiegen.
Dazu würden aber auch noch Gelder im Verwaltungsapparat frei. Dieser ganze Bearbeitungs- und Bewilligungswahnsinn würde natürlich wegfallen. Und dann könnte man ja mal den Finanzsektor z. B. an der Börse steuerlich beteiligen. Und die Militärausgaben sind m. E. auch zu hoch.
Und wenn jeder ein BGE hätte + den Lohn aus seiner Arbeit, dann würde ja der Konsum steigen und die Konsumsteuer-Einnahmen würden auch steigen.

Also ist ein BGE durchaus finanzierbar, wenn man nur will.

5. Auswirkungen eines BGE

Wie schon viele, die sich mit der Idee des BGE befasst haben, ausgeführt haben, würde ein BGE sehr viele positive Auswirkungen auf die Menschen haben. Der Stress, etwas tun zu müssen, nur um sein Leben zu finanzieren, würde wegfallen. Dass würde zu mehr Wohlbefinden führen. Die Menschen würden tendenziell gesünder.
Die Kreativität aller Menschen würde steigen, da der Druck wegfällt.
Ach ja, das Argument, dass die Menschen mit einem BGE aufhören würden zu arbeiten, kann einfach niemand ernsthaft glauben. Wenn man sich mal mit offenen Augen in Deutschland umsieht, wird man feststellen, dass die meisten Menschen irgendeine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben, dass heißt, sie arbeiten, ohne dafür einen finanziellen Lohn zu bekommen. Wenn überhaupt, bekommen sie entstandene Kosten ersetzt, aber auch das ist nicht überall der Fall. Die vielen sozialen Projekte, die Arbeit in den unzähligen Vereinen, um nur zwei Bereiche zu nennen, wo Menschen etwas tun, auch wenn sie dafür keinen Lohn erhalten, außer vlt. ein Dankeschön, sind nur zwei Beispiele von vielen.

Dazu kommen dann noch die vielen Mütter und mittlerweile auch Väter, die zu Hause wertvolle Arbeit leisten wie Kindererziehung, Kochen, Wäsche waschen, Haus sauber halten, falls vorhanden, den Garten bearbeiten usw. Und das alles ohne ein extra Einkommen.

6. Thema Gerechtigkeit

Es wird von Kritikern des BGE immer wieder behauptet, es wäre unfair den arbeitenden Menschen gegenüber, wenn da jemand Geld einfach so bekommen würde, ohne direkte Gegenleistung. Dieses Argument ist völlig falsch, denn es zeigt, dass so argumentierende Menschen das BGE nicht verstanden haben. Das BGE würde jeder bekommen, also der, der heute von Hartz IV leben muss genauso wie der, der z. B. als Polier jeden Tag auf irgendeiner Baustelle arbeitet. Und der Polier bekommt seinen Arbeitslohn noch obendrauf. Also eine Unfairness kann ich da nicht erkennen.

7. Thema Rente

Die staatliche Rente würde dann natürlich ins BGE einfließen. Und da höre ich dann schon die lärmen, die da sagen, Rentner werden schlechter gestellt. Das sehe ich anders. Durch ein BGE werden alle anderen Rentenbezüge wie Betriebsrenten oder private Rentenverträge obendrauf kommen. Und wenn ältere Menschen noch daran Gefallen finden, eine leichte Tätigkeit für ein paar Stunden in der Woche für die Allgemeinheit zu tun, dann würde der dadurch entstehende Lohn auch noch obendrauf gezahlt werden.

8. bundesagentur-fuer-einkommen.de

Unter dieser Adresse kann man im Internet eine Mitteilung finden, in der schon vor 8 Jahren ein BGE in Schriftform beschrieben wird. Der Bundestagsbeschluss ist vom 01.05.2010. Er soll als Artikel 2b ins Grundgesetz übernommen werden. Bislang ist dies jedoch noch nicht erfolgt. Warum nicht, ist mir schleierhaft.

9. Eine Beispielrechnung

Ich will einmal eine Beispielrechnung aufstellen. Bitte nicht auf die Höhe des BGE festlegen, es ist einer von vielen diskutierten Beträgen. Ich will hier nur aufzeigen, wie ein BGE wirkt. Und das mache ich mal an einer kleinen Familie, Mann, Frau, 1 Kind. Jetzt nehmen wir mal als Beispiel einen Betrag von 1000 € (was ich eigentlich für zu niedrig ansehe). D. h. 1000 € für den Mann, 1000 € für die Frau und 1000 € für das Kind. Das hieße 3000 € für die Familie ohne zu arbeiten. Wie gesagt, die Finanzierung wäre möglich. Man könnt ein BGE auch anders gestalten, dass z. B. Kinder einen niedrigeren Betrag als BGE erhalten, solange sie noch bei den Eltern wohnen. Aber das kann man ja noch ausarbeiten. Mir geht es nur darum, aufzuzeigen, welche positiven Auswirkungen solch ein BGE haben wird.

In meiner Berechnung zur Finanzierung eines BGE auf Grundlage der Sozialausgaben 2017 ergäbe sich folgende Verteilung: Kinder bis 18 Jahre, 300 €, Erwachsene bis 65 Jahre 1000 € und Rentner 1400 €. Diese Werte sind wie geschrieben nur aufgrund der Sozialausgaben 2017 errechnet. Alle zusätzlichen Faktoren, die ich im Punkt Finanzierung erwähnt habe, würden für die Finanzierung noch hinzukommen.
In meiner Beispielrechnung würde das für meine Beispielfamilie ein Familien-BGE von 2300 € bedeuten. Es soll Familien geben, die heute mit einem Haushaltseinkommen inkl. Kindergeld nicht mal über 2000 € zur Verfügung haben.

Mein Fazit:

Ich kann nur sagen, dass das BGE kommen wird, wenn unsere Wirtschaft auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch einen funktionierenden Binnenmarkt haben will.

Und ein BGE ist sozial. Und es ist notwendig.

Meine Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte ich hier etwas vergessen haben, so kann mir ja derjenige, der noch Klärungsbedarf hat, einen Kommentar hinterlassen. Da ich mich schon lange mit dem BGE befasse, kann ich die meisten Fragen beantworten.

Alexander Zirkelbach

Toller Text Johannes,
damit dein Text mehr Menschen lesen können, empfehle ich dir diesen unter Aktuelles (oben auf der Hauptzeile) und dann rechts oben auf "neuer Eintrag" klicken, zu publizieren.
Danke.

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Alexander Zirkelbach

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