Wer mich persönlich kennt, weiss genau das ich ein glühender BGE (bedingungsloses Grundeinkommen) Aktivist bin und dabei nehme ich die Bedingungslosigkeit wirklich ernst da diese der Schlüssel zur Freiheit des Menschen bedeutet.

Ausserdem entspricht die Bedingungslosigkeit auch den Menschenrechten, nicht umsonst kommt der Mensch aus der Bedingungslosigkeit und daher gibt es für mich keine faulen Kompromisse was diesen Punkt betrifft, bedingungslos muss auch bedingungslos bleiben = ohne jegliche Gegenleistung oder Erwartungshaltung.

Wer dies anders sieht, sollte so ehrlich sein und den Menschen sagen das sein Modell ein bedingtes oder eine andere Form eines Grundeinkommens ist und nicht mit falschen Aussagen Menschen etwas einreden, was faktisch nicht stimmt.

Zurück zum „grossen“ deutschen Pilotprojekt, welches in Wirklichkeit mit 120 Teilnehmern und einer Dauer von nur 3 Jahren einem echten Armutszeugnis entspricht.
Aber, wurde grossartig inszeniert und da sich so viele Menschen an ein bedingungsloses Grundeinkommen klammern, denken viele nicht wirklich weiter und fallen so auf diese, auf viele Jahre gut vorbereitete und aufgebaute Show rein.

Ich gestehe, das ich selbst kein Fan von einem Testlauf bin, trotzdem habe ich mir schon mal Gedanken gemacht, wie man einen echten Testlauf, welcher tatsächlich Repräsentativ wäre durchführen könnte, der auch reale Chancen auf einen Erfolg hätte, um während dieser Testphase sogar zu einer realen Einführung führen könnte.
Dazu bräuchte es aber auch eine reale Testsimulation die einer echten teilweisen Einführung nahezu gleichkäme.
Wie eine solche Testsimulation (Pilotprojekt) genau aussehen könnte, werde ich euch noch in einem anderen Artikeln näher vorstellen.

Der grosse Fehler bei diesen Pilotprojekt ist nahezu der gleiche wie in Finnland, man hat eine gewisse Erwartungshaltung (…nur dann machbar, wenn es: individuell und kollektiv positive Wirkungen entfaltet, finanzierbar ist und den Anreiz zu bezahlter Erwerbsarbeit nicht zu stark senkt.) an die Menschen die getestet werden sollen und damit entblößt sich dieses Pilotprojekt schon von selbst.

Wer eine Erwartungshaltung an ein bedingungsloses Grundeinkommen setzt, entfernt sich bereits von der Bedingungslosigkeit - da bedingungslos = ohne jegliche Gegenleistung bedeutet. Die Grundidee ist es Menschen in die Freiheit zu bringen, nicht jedoch einen Arbeitsanreiz aufrecht zu erhalten wie es heute der Fall ist. Diese Studie dient daher ähnlich des Testlaufes in Finnland lediglich dazu die Einführung eines BGE zu verzögern bzw. ein eher neoliberales Konzept in die Umsetzung zu bringen um so die Menschen auf ein solches vorzubereiten.

Die Aufweichung der Bedingungslosigkeit ist seit 2015 merkbar spürbarer geworden. Bereits 2017 hat der bekannte österreichische Soziologe Georg Vobruba darauf hingewiesen, dass wenn die Anspruchsberechtigten geografisch begrenzt sind man nicht mehr von einem bedingungslosen Grundeinkommen sprechen kann, da der Wohnort bereits eine Bedingung darstellt. Und weiters: Man kann mit unterschiedlichen Versionen eines Grundeinkommens ausgestattete Testgruppen untereinander vergleichen, nicht aber von Testergebnissen auf die Gesellschaft hochrechnen. Will man wissen, ob und wie ein Grundeinkommen die Gesellschaft verändert, muss man es einführen. Und darauf und nur darauf sollten wir uns konzentrieren und unsere Zeit und Mitteln einsetzen, alles andere führt lediglich dazu um uns an der Nase herumzuführen.

Schade um die vergeudete Energie und Zeitaufwand.